Mir ist bewusst, dass bei Vielen sofort der Rollladen runtergeht, sobald sie das Wort „Marketing“ hören. Man denkt gleich an hinterlistige Werbung oder manipulative Praktiken, um in zwielichtiger Art und Weise an das Geld anderer Leute zu kommen – aus reiner Profitgier. Wie kann so etwas überhaupt zu einer Non-Profit-Organisation passen?

Gar nicht!

Aber das ist es auch nicht, was Marketing ist.

„Marketing ist ein Prozess, der Kommunikation beinhalten kann aber mit dem spezifischen Zweck, das Verhalten von einem anderen zu beeinflussen […] das Endziel ist nicht Überzeugung an sich, sondern das Handeln des Zielpublikums. Die Auswertung von Marketing Maßnahmen muss daher auf Basis der Messung von Handeln erfolgen […] Die vier Schlüsselkomponenten – Produkt, Place (Erfüllungsort), Promotion und Preis – werden die 4 P’s vom Marketing genannt. In Kombination werden sie auch Marketing-Mix genannt.“ (M.J.Worth: Nonprofit Management)

Ist ihre Organisation zu klein für so einen Aufwand? Nein! …

Ich bin vom Herzen überzeugt, daß viele Fehler vermieden werden und viel von der wertvollen Zeit sowie von Spendengeldern gespart werden könnte, wenn sich Organisationen nur ein bischen mehr mit der Thema Marketing auseinandersetzen würden. Ich werde in den nächsten Blogs die 4 P’s genauer anschauen und insbesondere aufzeigen, wie eine Non-Profit-Organisation mit Hilfe der 4 Ps ihre Arbeit verbessern kann.

Vorneweg möchte ich noch eine Bemerkung machen: Die meisten Organisationen beschäftigen sich fast ausschließlich mit ‚Promotion’. Das ist aber etwas, wozu man im deutschen gerne « Die Karre vor das Pferd spannen» sagt! In sein Buch Guerrila Marketing for Nonprofits, schreibt Jay Levinson: „Wenn man den ‚Promotion’-Aspekt von Marketing überbetont (so, wie es viele Non-Profits tun) ist das Versagen vorprogrammiert. Manche Non-Profits praktizieren Marketing, in dem sie einfach die Botschaft ihrer Organisation in verschiedene Medien veröffentlichen und diese – so oft wie sie es leisten können – wiederholen. Das ist aber nicht Marketing, das ist Propaganda.“

Levinsons Aussage hört sich hart an, trifft aber eines für die meisten Fälle sehr gut: Der Inhalt für die Botschaft fehlt! Hier ein Beispiel: Ein Bedürfnis wird identifiziert und die Organisation gibt sich Mühe, diesen Not bekannt zu machen. Es gibt dann ein Aufruf zum Spenden (oder es wird eine passive Möglichkeit zum Spenden auf der Website gegeben), aber man weiß nicht wirklich, wofür gespendet wird. Der Botschaft fehlt der Inhalt und somit zum Versagen vorbestimmt.

Das heisst: Ein ‚Produkt’ muss definiert werden, zum Beispiel in Form eines konkreten Projekts. Danach kommen die P’s ‚Preis’ und ‚Place’ mit ins Spiel. Wenn alle vier Aspekte durchdacht worden sind, ist die Organisation besser fokussiert. Dadurch ist der Partner oder Spender besser informiert, um eine konkrete Entscheidung zu treffen.

In einem weiteren Blog werde ich Ihnen  aufzeigen, wie man ‚Produkt’ und ‚Preis’ in einer Non-Profit-Organisation anwenden kann.  Die P’s  ‚Place’ und Promotion’ schauen wir uns danach noch genauer an.

All the Best,