Ich bin Vater eines neunjährigen Jungen. Er ist lebhaft, neugierig, clever … und ein Einzelkind. Meine Frau und ich fragen uns auch manchmal: „Ist das normal?“ „Machen andere Kinder in seinem Alter das auch?“ Wir haben ja keinen direkten Vergleich und das kann manchmal für viel Unsicherheit sorgen. Ich wette, es geht Ihnen bei Ihre Arbeit mit Kommunikation und Marketing ebenso. Und Sie fragen sich: „Was machen die Anderen?“, „Habe ich etwas Wichtiges verpasst?“, „Was kommt auf mich zu?“.

Es gibt eine Organisation in den USA, die sich jedes Jahr mit genau solchen Fragen beschäftigt. Sie führt eine breit angelegte Umfrage durch und veröffentlicht die Resultate in einem jährlichen Bericht. Wenn Sie die englische Sprache gut verstehen, dann kann ich Ihnen nur empfehlen, sich den Bericht selber einmal herunterzuladen. Sie können ihn kostenlos – nach einer Anmeldung – unter www.nonprofitmarketingguide.com herunterladen (Anmerkung: Nach Ihrer Anmeldung bekommen Sie regelmäßig E-Post von der Organisation). Einige der wichtigsten Punkte dieser Umfrage möchte ich nun in diesem Blog hervorheben … auf deutsch ☺.

Die Umfrage wurde unter 1535, überwiegend in den USA ansässigen, Non-Profit-Organisationen durchgeführt. Die meisten Teilnehmer aus den Organisationen sind für die Kommunikation und das Marketing in Ihrer Organisationen zuständig. Der Bericht fängt mit einem Schnappschuss aus einer durchschnittliche Non-Profit-Organisation an:

- „Unseren Freundeskreis bewegen“ ist das Ziel Nr. 1, aber auch Marketing, Spenden sammeln und Programmziele werden hoch eingeschätzt.
- Die wichtigsten Kommunikations-Kanäle in ihrer Rheinfolge sind: Websites, E-Mail-Marketing, Social-Media, Events, Drucksachen und Media-PR.
- Die grössten Herausforderungen sind die mangelnde Zeit, um hochwertige Inhalt zu erstellen, mangelnde Finanzen und die Unfähigkeit zu messen, ob Maßnahmen erfolgreich sind.
- E-Mail-Spendenaufrufe und E-Mail-Newsletters werden monatlich verschickt.
- Mailings werden zwei Mal im Jahr und gedruckte Newsletters quartalmäßig verschickt (wenn überhaupt).
- Facebook, Twitter und YouTube sind die wichtigste Social-Media Kanäle.
- Facebook, E-Mail-Newsletters und Media-PR beanspruchen die meiste Zeit.

Wenn ich die Liste lese, bin ich nicht sonderlich überrascht. Hier in Europa sieht es (mit Ausnahme der Frequenz bei den E-Mails) höchstwahrscheinlich genau so aus. Allerdings ist eines sehr interessant: Die Tatsache, dass 81% der Befragten ihre eigene Website als den wichtigsten Kommunikations-Kanal bewertet haben. Dann kommt lange nichts, bevor das E-Mail-Marketing an der zweiten Stelle mit 64% steht. Vielleicht ist das ja ein Hinweis dafür, der eigenen Website mehr Aufmerksamkeit zu schenken?

Auch die Ergebnisse in Bezug auf das Social-Media sind recht interessant. Facebook steht auf den ersten Platz, keine Überraschung. Aber das es 81% der Befragten so sehen, ist doch ein kleine Überraschung. Noch interessanter ist, dass nur 2% der Befragten gesagt haben, dass sie Facebook im Jahr 2015 nicht nützen werden. Und wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie schon einen Plan, wie sie beispielsweise Facebook für sich nutzen könnten und auch werden? Bei vielen deutschsprachigen Organisationen gibt es da Handlungsbedarf.

Natürlich beinhaltet der oben erwähnte Bericht noch viel mehr Informationen. Aber ich hoffe, dass es Ihnen für den ersten „kleinen“ Einblick geholfen hat. Und, können sie schon abschätzen, wie Ihre Organisation in den erwähnten Punkten abschneidet? So etwas abzuschätzen ist nicht einfach. Das haben übrigens auch viele der Befragten erwähnt: Es ist für sie ein Problem, ihre Maßnahmen auszuwerten. Deswegen habe ich schon in früheren Blogs über die vier Ps geschrieben. Wenn man strukturiert plant, kann man auch die eigenen Maßnahmen besser auswerten.

All the Best;